Rubikon Modell

Das Rubikon-Modell ist ein Modell der Handlungs- und Entscheidungsphasen, Urheber sind Heinz Heckhausen und Peter M. Gollwitzer. In diesem Modell werden Entscheidungs- und Handlungsprozesse abgebildet, natürlich mit den üblichen Verkürzungen, welche Modelle nun mal an sich haben.

Rubikon Modell

Rubikon Modell der Handlungsphasen

In der Beratungs- und Coachingpraxis ist dieses theoretische Modell hilfreich, weil es eine Orientierungshilfe bei der Frage bietet, an welcher Stelle im Prozess befindet sich der Klient eigentlich mit seinem Haupt-Anliegen.
- Ist er noch am suchen, was er eigentlich (in der jeweiligen Sache) will?
- Hat er sich bereits entschieden, also den Rubikon überschritten, und es geht darum, die Durchführung möglichst gut zu managen?
- Ist er bereits mitten in der Durchführung und will/muss „durchhalten“, Widerstände überwinden, etc.?
- Will er seine Entscheidung und auch seine Umsetzung im Rückblick noch mal bewerten und evtl. für folgende Entscheidungen daraus Lehren ziehen?

Eine prominente Rolle spielt das Modell in dem Buch von Klaus Grawe „Psychologische Therapie“. Er stellt darin Überlegungen an, ob zum Beispiel die verschiedenen Therapieverfahren ihre Berechtigung haben, je nachdem wo auf der „Entscheidungs- und Handlungsachse“ sich der Klient gerade befindet. In einer Phase VOR dem Rubikon geht es eher darum, Motive, Bedürfnisse, Ressourcenlage etc. zu erkunden. Diese Klienten reagieren typischerweise auf die Fragen nach Zielen und Lösungsperspektiven mit Antworten wie zum Beispiel „…wenn ich das wüsste, wäre ich ja nicht hier…“. In den Phasen NACH dem Rubikon empfehlen sich bewährte lösungs- und zielorientierte Verfahren, das Zerlegen in Teilziele, das Planen von einzelnen konkreten Schritten etc. sind hier angebracht.